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Scheffel-scheffeln

Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Das heißt, man soll nicht zu bescheiden sein, soll seine Verdienste und Leistungen nicht aus Bescheidenheit verbergen. Nur in dieser Redensart ist das Wort «Scheffel» im Sprachgebrauch noch lebendig.
Anderweitig wird «Scheffel» nicht mehr verwendet. Natürlich ist nicht einfach das Wort außer Gebrauch gekommen, sondern vor allem auch die damit bezeichnete Sache.

Ein Scheffel ist ein altes Hohlmass unterschiedlicher Größe für Getreide, ein hölzernes Gefäß mit einem Volumen zwischen 5 und 250 Litern, das als Maß für Getreide diente. Dass eine Maßeinheit mit unterschiedlicher Größe verwendet wird, ist übrigens in früheren Zeiten durchaus nichts Ungewöhnliches, so merkwürdig das uns auch in unserem nach DIN- und QS- Maßstäben durchnormierten Zeitalter vorkommen mag. Masse wurden lange für einzelne Gebiete festgelegt, was über den gesamten deutschen Sprachraum hinweg zu einer Vielfalt regional abweichender Festlegungen geführt hat. Eine überregionale Systematisierung von Hohlmassen und Gewichten findet erst im 19. und zum Teil im 20. Jahrhundert statt. «Scheffel» ist eine Weiterbildung des Wortes «Schaff», das Gefäß bedeutet, teilweise auch Regal, Schrank. Es könnte eine Verkleinerungsform dieses Wortes sein. Die Herkunft des Wortes «Schaff» ist unklar. Weil es wie eine Ableitung vom Verb «schaffen» aussieht, ist es teilweise daraus hergeleitet worden. Diese Herleitung von «schaffen», das neben der Form «schaffen - schuf - geschaffen» auch die Form «schöpfte - geschöpft» entwickelt hatte, lässt sich aber nicht belegen. Das Wort war aber keineswegs im ganzen deutschen Sprachraum geläufig. Es gehört zu den Wörtern, die an einzelnen Druckorten der Luther-Bibel ersetzt wurden. In Bibeln aus Köln, Bonn, Schwaben, Basel und Zürich finden wir im 16. Jahrhundert unter anderem die folgenden Wörter für «Scheffel»: malter, sechter, metze, sümerin/symmerin, sester, simmer, viertel.

 
Die Zürcher Zwingli-Bibel verwendete «fierteyl», «vierteyl», das später «Viertel» geschrieben wird. Sie hielt bis ins 19. Jahrhundert am «Viertel» fest, in der Ausgabe von 1828 wurde es noch verwendet. Danach übernimmt auch die Zürcher Bibel das lutherische «Scheffel», gemäß dem im Vorwort einer älteren Zwingli-Bibel beschriebenen Grundsatz: «die ganze Schreibart nach sichern Regeln, und nach dem nun einmal in ganz Deutschland angenommenen Sprachgebrauche, einzurichten.» Selbst im neueren Sprachgebrauch, der Scheffel längst nicht mehr als Maß kennt, ist das Wort durch die Redensart fest verankert. Mitte der Siebzigerjahre führte die Evangelische Kirche in Deutschland eine Revision der lutherschen Bibelübersetzung durch. Der Luther-Text wurde behutsam revidiert, Änderungen sollten nur vorgenommen werden bei falschen Wiedergaben des Urtexts oder wenn der Luther-Text für den durchschnittlichen Bibellehrer nicht mehr ohne weiteres verständlich sei. Im Rahmen dieser Revision wurde «Scheffel» durch «Eimer» ersetzt. Eine Änderung, die zusammen mit einigen anderen Überarbeitungen heftigen Anstoß erregte. Die Kritik führte schließlich zur Überarbeitung des revidierten Texts, bei der der «Scheffel» immer noch nicht das Licht verdeckt, aber wieder an seinen alten Platz kam. Wenn auch die genaue Herkunft des Wortes «Scheffel» unklar ist, so steht andererseits fest, dass das Verb «scheffeln» von «Scheffel» abgeleitet ist. Heute bedeutet «scheffeln» etwas in seinen Besitz bringen und anhäufen.

Im 17. Jahrhundert wurde es noch ganz konkret landwirtschaftlich verwendet: Das Getreide scheffelt dieses Jahr wohl. In dem betreffenden Jahr bringt das Getreide viele oder große Körner, füllt also viele Scheffel. Ein Hausbuch für Ackerleute von 1640 weist darauf hin: «So dorret auch das erste Getreidicht hernachmals sehr ein, dass es um Weihnachten so wol nicht scheffeln kann, als es in der Erndte oder bald hernach scheffelt.»

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